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Das Kinderdorf "Selo Mira" in Bosnien-Herzegowina

Im Kinderdorf "Selo Mira" erhalten schutzlose Kinder ein liebevolles neues Zuhause. Hier erfahren sie oft zum ersten Mal familiäre Fürsorge und Geborgenheit, während ihr bisheriges Leben hauptsächlich von Armut und Gewalt bestimmt war.

Gegenseitige Unterstützung mit Herz und Liebe ist ein Credo im Kinderdorf „Selo Mira“ und das ist allseits zu spüren.

Deutsch lernen via Musik

Vom 4. bis 7. August 2010 hatten die Kinder des Kinderdorfes „Selo Mira“ die Gelegenheit an einem Musik- und Instrumentenbau-Workshop teilzunehmen.

Die Patin von Sanela Kasumovic, Sabine Bollenbach-Matheisen aus München, hat den Kurs im Kinderdorf angeboten. 30 Kinder im Alter von 5 bis 13 Jahren nahmen daran teil. Es waren intensive Tage und alle Kinder waren von morgens bis abends mit großer Begeisterung und Freude dabei.
Das Ziel: Deutsch lernen via Musik sowie Instrumente bauen, mit denen das Musikalische begleitet wird.
Der Grundstein wurde gelegt!

Was haben die Kinder gelernt?

Neben Spass und Begeisterung hat der Workshop Nebeneffekte: Es geht hier nicht um falsch oder richtig. Es geht um Eigeninitiative, um Kreativität und es geht um jedes einzelne Kind. Die eigenen Talente und Kompetenzen kennenlernen, das steht hier im Mittelpunkt und das stärkt das Selbstwertgefühl. Hier kann ich mich trauen, den Mut haben, mich zu zeigen, zur Gruppe etwas beitragen und so wird die ganze Gemeinschaft gestärkt. Beim Singen und Musizieren geht es nicht um Gegeneinander, sondern um Miteinander! Und darum geht es auch im Kinderdorf „Selo Mira.“

Ablauf des Workshops

Der Workshop begann am Mittwoch nachmittag und endete am Samstag vormittag.
Am ersten Tag wurden die Kinder mit dem Musik-Instrumenten-Material bekannt gemacht: Trommeln bauen, Klangstäbe bemalen, Rasseln gestalten.
Am zweiten und dritten Tag haben wir vormittags Gesangsstunden und am Nachmittag Instrumentenbau gehabt. Am vierten Tag haben die Kinder das vorgestellt, was sie gestaltet und gelernt haben. Wir haben eine kleine Ausstellung vorbereitet und die Kinder waren sehr stolz darauf.

Das was in diesen Tagen geschehen ist, ist mit Worten kaum zu beschreiben:
Was ist denn da unter dem Tuch? Alle Kinder dürfen erst mal Fühlen und schließlich kommt der kleine Frosch Quackowitsch zum Vorschein, der den Kindern beibringt „Guten Morgen“ zu sagen und fragt: „Wie heißt du?“ und die Kinder wiederholen es. Die 7jährige Silmira gibt im Laufe des Kurses den Rhythmus an: 1 2 3 4 und alle anderen Kinder stimmen ein: „Bruderchen, komm tanz mit mir“. Das Glockenspiel ist Faszination für alle. Einfach mal ausprobieren. Was kommt denn da raus? Jeder kann auf dem Glockenspiel spielen, wozu sie und er Lust hat. Und tatsächlich spielt ein Kind sogar fast genau die Melodie nach, die wir gelernt haben. Faszinierend! Verborgene Talente kommen zum Vorschein. Und daneben wird getrommelt, gerasselt und mit Klangstäben geübt. Bei der Gestaltung der Clowns aus Pappmaché konnten die großen Kinder den kleinen Pate stehen, indem sie ihnen geholfen haben, Augen, Nase, Mund und Mützchen an dem lustigen Clown anzubringen. Die kleine Abschlußvorstellung hat den Erfolg gezeigt: Die Ausstellung von 30 Clownsköpfen, die Kleinen singen „Bruderchen, komm tanz mit mir“ und die Großen begleiten auf ihren selbstgebauten Instrumenten das Lied „Bruder Jakob“, das zwei der Jugendlichen zufällig vollständig auswendig auf deutsch singen konnten.

Gegenseitige Unterstützung mit Herz und viel Liebe ist ein Credo im Kinderdorf „Selo Mira“ und das ist allseits zu spüren: Mit großer Offenheit und Emphatie begrüßte mich der Direktor des Kinderdorfes „Selo Mira“ Osman Pozderović. Adela Sejdinovic „die gute Seele“ im Dorf begrüßt mich ebenfalls - als wäre ich schon zum 100sten Male hierhergekommen: in diesen Ort der Ruhe und der Gemeinschaft.

Vier weitere Damen sind mir die ganze Zeit über zur Seite gestanden und ich bedanke mich sehr herzlich bei ihnen: Samira Sulejmanovic, Betreuerin im Haus 10, hat während des Instrumentenbaus übersetzt und beim Musikworkshop die kleinen Bosnier mit mir gemeinsam betreut. Denn: Der Musikwokshop sollte ohne Übersetzung stattfinden und das konnte auch umgesetzt werden. Emanuela Mahovkic, die Psychologin und Pädagogin im Kinderdorf war mit großer Begeisterung bei allen Aktionen sehr unterstützend dabei und Samra Salihovic, Volontärin als Pädagogin und Psychologin hat uns tatkräftig unterstützt. Die Kindergärtnerin Suada Burgic stärkte uns mit Kaffee und ebenfalls betreuender Unterstützung und der Logopäde Almin Cickusic schoß zahlreiche Fotos vom Geschehen.